wigel wannebach

Wigel Wannebach, Stifter der
Liebfrauenkirche zu Frankfurt.
Seine Frau unterstützte die
Sondersiechen des Gutleuthofes
(Relief in der Liebfrauenkirche
zu Frankfurt)


kreuz der gutleuthofkirche

Giebelkreuz der Gutleutkirche des Gutleuthofes um 1952 an einer Mauer der Getränkefirma Jöst
darunter Turmkreuz der
St. Leonhardskirche



kreuz der leonardskirche



der gudten Leuthoff aus einer Karte von 1756 

der gudten leuthoff aus einer Karte von 1756

gutleuthof niederrad 

Der Gutleuthof von
Niederrad aus gesehen
Ende 18. Jahrhundert

Das Guthenleuthaus
aus der Belagerung Frankfurts von 1552

gutleuthof teil der landwehr

Der Gutleuthof als Teil der Landwehr 1726

 

Die Geschichte des Gutleuthofes

„An dem rechten Ufer des Mains unterwärts, etwa ein halbe Stunde vom Thor quillt ein Schwefelbrunnen, sauber eingefasst und mit uralten Linden umgeben. Nicht weit davon steht der Hof zu den guten alten Leuten, ehemals um dieser Quelle willen erbautes Hospital. Auf den Gemeinweiden umher versammelte man zu einem gewissen Tag des Jahres die Rindviehherden aus der Nachbarschaft, und die Hirten samt ihren Mädchen feierten ein ländliches Fest, mit Pauken und Gesang, mit mancherlei Lust und Ungezogenheit" schreibt Johann Wolfgang von Goethe in Dichtung und Wahrheit über den Gutleuthof. Mit dem sauber eingefassten Schwefelbrunnen ist der Grindbrunnen gemeint, der zu Goethes Frankfurter Zeit auf dem heutigen Gebiet des Westhafens, dem halben Weg zwischen der Stadtmauer Frankfurts und dem Gutleuthof, lag.

Der Gutleuthof entstand 1210 im gehörigem Abstand vom Grindbrunnen am rechten Flussufer des Mains als ein „Sondersiechenhaus"- das „domus leprosorum extra muros Frankfordenses" – „das Leprosenhaus außerhalb der Mauern Frankfurts". Eine Ersterwähnung führt in das Jahr 1283. Laut einer aus diesem Jahr datierten Urkunde, befahl Papst Clemens VI. auf Bitte der „magristri et fratrum domus leprosorum extra muros Frankinfordenses" dem Scholaster der Kirche „sanctorum Marie et Georgii" - das ist heute St. Leonhard - zu Frankfurt, die unrechtmäßiger Weise von jenem Leprosenhaus abgekommenen Güter wieder herbeizuschaffen. Dieser in den Urkunden erwähnte Meister der Leprosen war der Magister Rudolphus. Er gehörte der „Bruderschaft der Aussätzigen am Rheine" an. Bruderschaften waren zur damaligen Zeit Genossenschaften, die den Zünften nahestanden und in Verbindung mit der Kirche und einem Kloster standen. Den Namen Gutleuthof hat dieser Hof nach den Aussätzigen, auf Grund ihrer Aussonderung „Sondersieche" oder „Feldsieche", leprosi in campe", genannt bekommen, da man die Aussätzigen die „guten Leute" nannte. Mit dieser Bezeichnung hing die mittelalterliche Anschauung zusammen, dass Notleidende sich ein gewisses Verdienst um die Wohltäter erwürben, da sie ihnen die Gelegenheit gäben, sich durch gute Werke den Himmel zu verdienen.

Die Pflege der Kranken des Gutleuthofes oblag nicht nur der „Brüderschaft der Aussätzigen am Rhein", sondern es leiteten auch zwei Pfleger aus dem Rat der Stadt Frankfurt den Gutleuthof, in dem ein Meister die geschäftlichen Dinge zu erledigen hatte. In seelsorglicher Hinsicht sorgte eine päpstliche Bulle des Papstes Sixtus IV, Francesco della Rovere, von 1477 an den Frankfurter Rat dafür, dass zur Betreuung der Siechen des Gutleuthofes ein Kaplan bestellt wurde. Auch wurden in die Pflege übernommene aussätzige Geistliche damit beauftragt, die Seelsorge zu übernehmen, so lange sie noch dazu in der Lage waren. Einer von ihnen war der Aussätzige Hieronimus Hilderich, „senger und canonik Unser Lieben Frauen Stift zu Francfort", der am 4. Januar 1521 bei den „Guten Leuten" starb und am darauffolgenden Tage, 5. Januar, in der Liebfrauenkirche beigesetzt wurde.

Erstmals wird in einer Urkunde von 1329 der Kapelle des domus leprosorum gedacht. Albrecht von Hofstatt stiftete damals einen Altar für den Chor der Kapelle. Er stammte aus der Stiftung im St. Catharinen-KIoster und war dem Hl. Kreuz zu Ehren geweiht.

Geschichte des Gutleuthofes 2